Geistlicher Impuls

Liebe Mitchristen,

die Zeiten ändern sich.

Das galt schon immer, aber für die Kirche gilt dies in der aktuellen Zeit vielleicht mehr als jemals zuvor. Kirche verliert derzeit sehr viel: sie verliert mehr und mehr ihre angestammte Position in der Gesellschaft, sie verliert Ansehen und sie verliert auch Macht – wobei letzteres durchaus auch etwas Befreiendes hat. Vor allem aber verliert die Kirche Gläubige, sie verliert Seelsorger und sie verliert auch finanzielle Mittel. Und auf all das muss die Kirche reagieren.

Es geht allerdings nicht darum diesen Mangel einfach zu verwalten bis nichts mehr da ist, sondern es geht darum die heutige Zeit zu gestalten und in der veränderten Welt einen tragfähigen Weg in die Zukunft zu finden.

Die Synode hatte genau dies im Blick. Die Strukturveränderungen, die mit den Fusionen und dem Pastoralen Raum kamen, wollen mithelfen, diesen Weg zu finden und gehen zu können. Und es ist jetzt an uns zu überlegen, wie wir diesen Weg gehen wollen.

Allerdings schlägt sich dieser Mangel aktuell in Losheim in besonderer Weise nieder. Innerhalb eines recht kurzen Zeitraums von gerade einmal anderthalb Jahren ist die Zahl der Priester im aktiven Dienst von drei auf null gesunken. Und plötzlich muss für die Zeit der Vakanz, von der aktuell niemand weiß, wie lange sie dauert, manches anders organisiert werden. Und wir müssen – vielleicht schneller als erwartet – erste Schritte auf dem Weg in die die Zukunft gehen.

Natürlich kann vieles auch wie zuvor ohne Priester laufen. Zudem erlebe ich sowohl Ehrenamtliche als auch Hauptamtliche durchaus offen dafür, neue Wege einzuschlagen.
Das war schon vor der Vakanz erkennbar, z.B. bei den Wort-Gottes-Feiern, wo bei der Schulung im vergangenen Jahr erfreulich viele Menschen bereit waren, sich einzubringen; oder auch bei den kirchlichen Beerdigungen, wo seit einigen Monaten Priester, Gemeinde- und Pastoralreferenten und auch Ehrenamtliche im Gebiet des gesamten Pastoralen Raumes gemeinsam tätig sind, um allen eine kirchliche Beisetzung zu ermöglichen. Deshalb blicke ich durchaus zuversichtlich auch auf die kommende Zeit, weil ich darauf vertraue, dass wir gemeinsam dies gut meistern werden.

Für die priesterlichen Dienste werden wir schauen müssen, wie wir eine Versorgung sicherstellen können. Die Gottesdienstordnung, die ja schon reduziert wurde als Pfarrer Hans-Jürgen Bier in Ruhestand ging, wollen wir auch in der Vakanz aufrechterhalten: eine Vorabendmesse und zwei Sonntagsmessen, sowie vier Werktagsmessen in der Woche.

 
Allerdings werden wir kleine Verschiebungen vornehmen müssen, damit es besser mit den Gottesdienstordnungen von Wadern und Weiskirchen vereinbar ist. Die Vorabendmesse wird auf 17.00 Uhr vorverlegt, dafür wandert die Wort-Gottes-Feier am Vorabend auf 18.15 Uhr. Die Messen an den Werktagen werden wir künftig dienstags bis freitags morgens feiern. Das heißt, der 3-wöchige Rhythmus bleibt gleich, in manchen Orten ändert sich allerdings der Wochentag.
Wegen Krankensalbung und Versehgängen sind die Priester in pastoralen Raum ansprechbar.
Und für Beerdigungen gibt es – wie schon erwähnt – im Pastoralen Raum ein vielköpfiges Team aus Priestern, Diakonen, Gemeinde- und Pastoralreferenten und auch zwei Ehrenamtlichen, die über die Pfarreigrenzen im Einsatz sind, und zu denen man entweder direkt oder über das Pfarrbüro Losheim Kontakt aufnehmen kann.
So hoffe ich auf eine gute gemeinsame Zeit, und wünsche uns allen zugleich, dass die Vakanz nicht allzu lange andauert.

Ihr Pfarrverwalter

Axel Feldmann, Pfarrer von Wadern