Geistlicher Impuls

Gedanken zum Herbst

Nach dem meteorologischen Herbstbeginn am 1. September hat nun auch der kalendarische Herbstanfang am 23. September stattgefunden, obwohl ein Blick in die Natur den Eindruck erweckte, als habe der Herbst in diesem Jahr schon im August Einzug gehalten, nicht wegen kühleren Temperaturen – im Gegenteil – sondern wegen der früh verfärbten Blätter an den Bäumen.

Die langanhaltende Hitze des Sommers und die zu geringe Niederschlagsmenge haben dazu geführt, dass die Blätter schon sehr früh gelb und braun wurden.

Ich mag diese Jahreszeit sehr gern: die bunten Blätter, die unsere Natur dergestalt erscheinen lassen, als habe ein Maler seine leuchtendsten Farben aufgetragen. Wenn sich auch die Natur im Oktober von einer ihrer schönsten Seiten zeigt, so erinnert uns der Herbst aber auch daran, dass alles vergänglich ist. Nichts bleibt, wie es ist. Alles ist einem Wandel und schließlich der Vergänglichkeit unterworfen. Auch wir und unser Leben. Das wird uns dann im nächsten Herbstmonat November mit seinen Gedenktagen (Allerheiligen, Allerseelen, Volkstrauertag, Totensonntag) noch einmal deutlich ins Bewusstsein gerufen, bis uns schließlich der Winter einholt, in der die Natur wirklich wie abgestorben und tot erscheint.

Der Kreislauf der Natur sorgt dann aber auch dafür, dass nur wenige Monate später mit dem Frühling wieder alles zu neuem Leben erwacht.

All diese Zeiten, die wir erleben: das Kommen und das Gehen, das Werden und Vergehen, alles steht in Gottes guten und bergenden Händen.

„Meine Zeit steht in deinen Händen“ heißt es passend dazu in einem geistlichen Lied. Und dann heißt es weiter im Text: „nun kann ich ruhig sein, ruhig sein in dir. Du gibst Geborgenheit, du kannst alles wenden. Gib mir ein festes Herz, mach es fest in dir.“

Wir dürfen getrost unseren Lebensweg gehen im Bewusstsein, dass wir von Gott gehalten sind in unserer Kindheit und Jugendzeit, als Erwachsene, die voller Kraft und Tatendrang sind, ebenso, wie als Menschen, die im Rentenalter sind oder wie diejenigen, deren Lebensabend angebrochen ist.

Jede Zeit, die wir erleben, ist eine kostbare und wertvolle Zeit, in der wir in Gottes Händen geborgen sind und in der uns Gott die Möglichkeit schenkt, zu wachsen und zu reifen, bis zum großen „Erntefest“, bei dem wir unsere „Früchte“ einbringen und sie Ihm übergeben.

Ich wünsche allen bunte Herbsttage und ein schönes Erntedankfest an den Orten und in den Gemeinschaften, wo es gefeiert wird.

Peter Alt