Geistlicher Impuls

Liebe Mitchristen in der Pfarreiengemeinschaft,


nun sind die Ferien schon eine Zeitlang vorbei, der Urlaub für dieses Jahr genommen, die Erstkommunionfeiern gewesen und alles war ganz anders als in den Jahren vorher.
Es kann sein, dass viele sogar sagen: „Es war viel schöner als früher!“ und dann aufzählen, warum das so ist.

 Es kann aber auch sein, dass der eine oder andere krank geworden ist, und in diesen Tagen sehr leidet, weil er unter Quarantäne gestellt wurde, d.h. niemand ihn besuchen darf und er seinerseits niemanden besuchen darf.
Es kann sein, dass viele sich sagen: „Ich mache das (…) in diesem Jahr nicht, weil ich Angst habe, krank zu werden oder andere mit meiner Krankheit anzustecken.“ – Sie übernehmen so Verantwortung füreinander. Gut so! Das sollten viel mehr tun! Auch in den Pfarreien! Auch in der Kirche!

Aber ob wir wirklich Angst haben müssen, sogar Lebensangst, hinterfrage ich sehr und denke dabei an das Motto der diesjährigen Erstkommunionfeiern: Mit Jesus in einem Boot.

An dem Tag, an dem ich diese Zeilen schreibe, bereite ich mich gerade auf eine Erstkommunionfeier vor und erinnere mich an die Erzählungen im Neuen Testament von den Stürmen des Lebens. Heute daran, wie die Kameraden Jesu im schaukelnden Boot Angst um ihr Leben bekommen, alles daransetzen, aus dem Sturm zu segeln und merkten: Das gelingt uns nicht! Wir stecken im Sturm fest. Mein Leben gerät nicht nur ins Wanken, es droht unterzugehen! (Da sage mir noch einer, das Evangelium hätte mit dem Leben nichts zu tun!). Sie schreien sich Kommandos zu, also die Seele aus dem Leib und entdecken, dass ihr Freund, Herr und Meister seelenruhig im Boot liegt und schläft. Ich kann mir nicht vorstellen, wie sie ergriffen anbetend auf die Knie gefallen sind und IHN angehimmelt haben. Im Gegenteil! „Kümmerst es dich nicht, dass wir zugrunde gehen?“ Haben sie ihn angebrüllt. SEINE Antwort auf ihr Schreien und Flehen: „Warum habt ihr solche Angst? Ich bin doch da!“

Ja, warum haben wir solche Angst? (Auch vor anstehenden Veränderungen im Bistum.)

Hat uns der Mut verlassen? Oder sogar der Glaube an den Freund Jesus? Ich hoffe nicht. Und wenn, dann machen wir uns doch miteinander auf die Suche nach IHM. ER wird sich von uns finden lassen. Da bin ich ganz sicher. Und denken wir an seine Antwort: Warum habt ihr solche Angst? Ich bin doch da!“

In diesem Sinn wünsche ich Ihnen eine gute, gesegnete Zeit und „Bleiben Sie gesund!“

Ihr

Hans-Jürgen Bier