Geistlicher Impuls

Liebe Leserinnen und Leser!

Welche Bedeutung hat für Sie das Fest Fronleichnam? Ein zusätzlicher Feiertag? Ein Fest mit viel zu viel Folklore, die nicht mehr in unsere Zeit passt? Ein Fest, das nostalgische Erinnerung an die Kindheit hervorruft?

Welche Bedeutung hat für mich das Fest Fronleichnam?!

Die Autorin einiger religiöser Kinderbücher, Pia Biehl, schrieb in Spurensuche.de zum Fest Fronleichnam 2019:

„In diesen Tagen, in denen die Kirche Schlagzeilen macht, in denen so viele Themen die Menschen bewegen, tut es Not, dass die Menschen sich bewegen.

Hinaus auf die Straßen, den verkündend, der DAS THEMA der Menschen sein möchte. GOTT selbst, in der Gestalt von Brot, den wir bezeugen, in die Welt hinaustragen, zeigen, bei uns und in uns tragen.

Lass IHN und seine Botschaft unsere Schlagzeile sein, ER in uns, wir durch IHN -sein Reich auf Erden schon lebendig werden lassen.

Wir haben eine Botschaft! Unser Gott in diesem Brot. Wir tragen IHN voll Freude ganz sichtbar durch die Straßen unserer Städte und Dörfer. Singend und betend, ein Fest des Glaubens feiernd. Unterwegs als SEIN Volk zeigen wir unseren Glauben.“

„Unterwegs als sein Volk zeigen wir unseren Glauben“, wenn wir uns am Fest Fronleichnam zur Prozession mit der Monstranz auf den Weg machen. Die mitgeführte Monstranz zeigt uns allen unseren kostbarsten Schatz, den Leib Christi. Wenn wir uns am Fest Fronleichnam auf den Weg mit der Monstranz machen, dann demonstrieren wir unseren Glauben, zeigen aus welcher Quelle wir unseren Glauben nähren und wessen Spuren wir folgen: den Spuren Jesus Christus, der gesagt hat: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“

In den meisten Orten sind in diesem Jahr keine Prozessionen hin zu den Altären mit den wundervollen Teppichen aus Blüten zu Ehre Gottes, durchgeführt worden. Wir waren nach dem Festgottesdienst zur persönlichen Anbetung und zum Empfang des eucharistischen Segens eingeladen.

Immer wieder wenn wir in der Kirche vor dem Allerheiligsten verweilen, schaut ER mich an und ich IHN. Im Psalm 34, Vers 6 werden wir eingeladen: „Blick auf zum Herrn und euer Gesicht wird leuchten!“ Eine wunderbare Zusage! Ebenso tröstlich sind die Worte des Paulus im 2. Korintherbrief 3 Vers 18 „ Wir alle aber schauen mit enthülltem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn wie in einem Spiegel und werden so in sein eigenes Bild verwandelt, von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, durch den Geist des Herrn.“

Was macht das Fest Fronleichnam aus?! Ein Fest, das mich herausruft, meinem Glauben ein persönliches Gesicht zu geben. Fronleichnam ruft mich heraus den Spuren Jesu, den ich im Allerheiligsten verehre, zu folgen; unterwegs mit IHM zu sein hin zu denen, denen ich Hilfe, Unterstützung und Trost sein kann – dem Menschen zugewandt.

DAS soll Schlagzeile der Kirche sein: den Menschen zugewandt in den kleinen und großen Dingen des Lebens: ihnen Mut und Zuversicht zusprechen; da sein in schweren Zeiten, ein offenes Ohr für ihre Belange haben und Respekt und Empathie zeigen.

Folgendes Lied, eines meiner Lieblingslieder im Gotteslob (Gl. 820), drückt das Gesagte treffend aus. Hier zwei Strophen davon:

„Unser Suchen nach dem Einen, dessen Liebe uns umfängt, erfülle unsere Herzen, werde Sehnsucht, die uns lenkt. Denn aus seinem Wort zu leben und in Christus selbst zu sein, führt den wahren Weg des Friedens, wird zum Leben uns befrein.

Kv: Gehn auch wir die Wege Jesu, den Menschen zugewandt, stets vereint in seiner Liebe: ER selbst hat uns gesandt.

Wer den Blick auf IHN gerichtet und in seiner Liebe bleibt, wird zum SEGEN für den Nächsten, dessen Angesicht IHN zeigt. Immer neu sich selbst zu geben im Gebet, in Wort und Tat, so zu dienen und zu lieben, werde unsres Lebens Saat.“

Fest Fronleichnam – herausgerufen in die Welt – in unsere Orte mit der Schlagzeile: Den Menschen zugewandt, stets vereint in Seiner Liebe, denn Jesus selbst hat uns gesandt.

„Blick auf zum Herrn und Euer Gesicht wird leuchten!“

Barbara Jung, Gemeindereferentin