Geistlicher Impuls

Liebe Schwestern und Brüder unserer Pfarreiengemeinschaft!

 „Der Herr vollende an Dir, was er in der Taufe begonnen hat.“ – Mit diesen Worten werden Sarg bzw. Urne unserer Verstorbenen besprengt und sie erinnern uns an die Taufe, durch die jeder Verstorbene mit Christus und seinem Tod und seiner Auferstehung verbunden ist.

Zum „Totenmonat“ November gehört für viele der Gang zum Friedhof und das Gedenken der Toten an ihren Gräbern.  Die Grabstätten sind für viele Ort der Hoffnung und nicht selten erinnern uns, die Lebenden, christliche Symbole auf den Grabsteinen an die Erlösung der Welt und die Auferstehung Jesu.

Die zentralen Inhalte von Tod und Auferstehung feiern wir für unsere Toten innerhalb der Eucharistie im Sterbeamt und gedenken zugleich aller lebenden und verstorbenen Glieder der Kirche – eben aller Getauften.

Die katholische Grundform des Begräbnisses aus Sterbeamt (Eucharistiefeier für den Verstorbenen) und Beerdigung ist längst nicht mehr allgemein üblich. Es gibt heute stattdessen eine Vielfalt an Feierformen.

Daher ist es mir ein tiefes Bedürfnis, die bislang gute Praxis des Sterbeamtes bewusst zu betonen. Das Sterbeamt ist nicht nur ein hilfreicher Ort für Angehörige, um dort mit ihrer Trauer umzugehen. Sondern in erster Linie kommen hier Menschen zusammen, die dem Verstorbenen nahe standen, ihn zu Lebzeiten gekannt haben und für ihn noch einmal im Gebet vereint sind. Das Gebet für die Verstorbenen ist ein wichtiger Auftrag aller Getauften und auch ein Werk der Barmherzigkeit. Vor allem aber, begegnen wir in den eucharistischen Gestalten von Brot und Wein dem Auferstandenen selbst. Wenn wir die Hl. Kommunion empfangen, haben wir Anteil an Jesu Tod und Auferstehung. Das ist auch mit Vollendung gemeint. In der Taufe hat das neue Leben in Christus für uns begonnen und nach dem Tod, zeigt sich uns dann dieses neue Leben in seiner Vollendung bei Gott.

Liebe Schwestern und Brüder, ich wünsche mir, dass dieses Bewusstsein unter den Gläubigen bestehen bleibt bzw. erneut geweckt wird. Die Feier der Eucharistie im Umfeld des Todes eines lieben Angehörigen, vermag gerade trauernden Menschen in einer schwer zu ertragenden Situation Halt und Hoffnung zu geben. „Sind wir nun mit Christus gestorben, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden.“ (Röm 6,8)

Mit den besten Segenswünschen von Haus zu Haus

Ihr Kaplan

Kevin Schirra